Pfennig Bau

Borate - Wirksamer Brandschutz für natürliche Dämmstoffe.

Viele Dämmstoffe aus naturnahen Materialien enthalten Borsalze als wirksames Brandschutzmittel. So auch Isofloc-Zellulosedämmstoff. Dank dieses Zusatzstoffes bieten die Zelluloseflocken im Brandfall besseren Schutz als beispielsweise Dämmstoffe aus Glas und auch gesundheitlich sind Borate unbedenklich.

Das pulvrige Borsalz enthält viel gebundenes Kristallwasser, das bei Hitze freigesetzt wird. Dabei wird mindestens so viel Wärme aufgezehrt, wie bei der Verbrennung der ungeschützten Naturfaser freigesetzt werden könnte. Deshalb brennen diese Stoffe auch keinesfalls selbsttätig. Das von den Boraten "ausgeschwitzte" Wasser verdunstet, der entstehende Wasserdampf verdrängt den Luftsauerstoff und erschwert so die Ausbreitung der Flammen. Bei zunehmender Hitze schmelzen die verbliebenen Borate und überziehen die Zellulosefaser mit einer schützenden flüssigen Hülle.

Bei entsprechend großer, weiterer Energiezufuhr zerfällt das Borax dann in Wasser (bzw. Wasserdampf) und Boroxid, das als unbrennbares, voluminöses Gas wiederum die Sauerstoffzufuhr behindert. Schließlich - jedoch erst nach geraumer Verzögerung - verkohlen die organischen Fasern dann doch. Allerdings bildet die dabei entstehende Asche eine nicht schmelzende Schutzschicht, die einer Brandweiterleitung entgegenwirkt. Wie gut diese theoretisch beschriebenen, physikalischen Vorgänge tatsächlich funktionieren, haben einige Brandfälle bewiesen. Die Balken, die unter einer Isofloc-Wärmedämmung lagen, sind von den Flammen völlig unversehrt geblieben.

Borate gibt es überall.

Diese hohe Brandsicherheit des Isofloc-Dämmstoffes wird nicht auf Kosten der gesundheitlichen Unbedenklichkeit des Produktes erkauft. Borax war bis Anfang des letzten Jahrhunderts in Nordamerika als Konservierungsstoff für Milchprodukte verbreitet. Das gehört jedoch der Vergangenheit an. Heute weiß man, dass das weiße Salz überall in unserer Umwelt vorkommt: in Pflanzen, den Weltmeeren, im Grundwasser und sogar als Spurenelement in vielen Lebensmitteln. Es ist nicht flüchtig und nicht giftiger als gewöhnliches Speisesalz.

Die Bewohner eines Isofloc gedämmten Hauses haben ohnehin keine Chance, mit den Boraten in Berührung zu kommen. Das Salz ist mechanisch an die Zellulosefaser gebunden, einmal eingebaut bleiben diese dauerhaft an Ort und Stelle. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten selbst in Fällen, in denen die Isofloc-Dämmung offen liegt, keinerlei Erhöhung des Faseranteils in der Raumluft feststellen. Kontakt mit der Zellulose haben lediglich die Isofloc-Verarbeiter, die mit dem losen Dämmmaterial umgehen. Doch selbst beim Verzicht auf die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen - dazu gehört etwa das Tragen eines Atemschutzes - würde ein Handwerker im Laufe eines Arbeitstages kaum mehr Borate aufnehmen, als auch in einem Glas Rotwein enthalten ist.

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