Oschatzer Allgemeine Zeitung - 16. November 2006

Handwerk hat wieder goldenen Boden

Sanierung der Mauer der Berufsschule Oschatz von Holger Schrapel

Region Oschatz. Eitel Sonnenschein herrscht am Konjunkturhimmel. Dieser Meinung ist zumindest Joachim Dirschka, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig. Steigende Umsätze und zahlreiche Neueinstellungen würden ein positives Bild des Sächsischen Handwerkes abgeben. Die OAZ befragte einige einheimische Unternehmer nach ihrer Stimmungslage. Danach laufen die Geschäfte in der Collm-Region gut, und das Handwerk hat wieder goldenen Boden – allerdings bei ungewissen Aussichten. „Die Wirtschaft der Region ist schwach“, meint Kreishandwerksmeister Frieder Simon. Deshalb seien die Auswirkungen des Konjunkturaufschwunges seiner Auffassung nach bisher kaum zu spüren.
Matthias Werner vom gleichnamigen Holzhandel in Ganzig klingt da schon etwas optimistischer. „Die letzten Wochen und Monate liefen schon sehr gut. Ich bin allerdings skeptisch, ob das wirklich mehr als ein Strohfeuer ist. Als richtigen Aufschwung würde ich die jetzige Situation deshalb noch nicht bezeichnen.“ „Die jetzige Lage ist nicht schlecht, aber auch nicht berauschend gut“, meint Frank Schöche von der Oschatzer Tischlerei Holzwelten. Ihm sei aber besonders aufgefallen, dass die Privatkunden wieder mehr den Fachmann aufsuchen. „Diejenigen, die früher einfach zum Baumarkt gegangen sind, kommen jetzt wieder mehr zu uns.“
Martina Wagner von der Elektro-Mechanik Oschatz GmbH kann ebenfalls Positives vermelden. „Die Geschäfte laufen gut. Wir erwarten auch, dass das in der nächsten Zeit so bleibt.“ Allerdings könne niemand in die Zukunft sehen. Man müsse einfach warten, ob die Lage so gut bleibe. Auf jeden Fall werde sie auch im nächsten Jahr einen Lehrling neu einstellen – schon um dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel zu begegnen.
Uwe Karnahl vom Meisterbetrieb Wärmeservice Karnahl in Merkwitz meint: „In den letzten Wochen läuft es eher besser. Ich erwarte auch, dass das bis zum Jahresende so bleibt. Ab Januar wird es wegen der Mehrwertsteuererhöhung und des üblichen Loches am Jahresbeginn für drei bis vier Monate abwärts gehen und danach hoffentlich wieder aufwärts.“
Für den Betrieb Pfennig Bau in Oschatz lief das gesamte Jahr 2006 sehr gut. „Das wird sich zwar im nächsten Jahr ein wenig abschwächen, aber bauen müssen die Leute eigentlich immer“, sagt David Pfennig. In diesem Jahr konnte der Oschatzer Existenzgründer wieder einen Mitarbeiter und einen Lehrling einstellen.

Zahlen & Fakten

Laut aktuellem Geschäftsklimaindex der Handwerkskammer zu Leipzig erwartet jedes fünfte Unternehmen im Jahr 2006 steigende Umsätze, drei Viertel erwarten zumindest gleich bleibende Erlöse. Noch 2005 war der Umsatz des Handwerkes bundesweit um 1,3 Prozent gesunken. Die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten sei von 6 auf 6,9 Mitarbeiter gestiegen.
Bildunterschrift:
Detlef Vetter (links) und David Schönfelder von Pfennig Bau arbeiten an der Außenmauer der Berufsschule. Wie andere Handwerker haben sie zurzeit viel zu tun.

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