Oschatzer Allgemeine Zeitung - 5. Januar 2007

Dämmstoff aus Tageszeitung

Vorstellung Dämmstoff isofloc von Björn Meine

Oschatz. Ein meterlanger Schlauch liegt im Flur des Hauses in der Oschatzer Badergasse. Von unten vor der Haustür bis ins Dachgeschoss reicht das flexible Rohr. Eine graue Masse wird durch die Leitung gepumpt. David Pfennig, Geschäftsführer des Unternehmens Pfennig Bau, hält den Plaste-Schlauch in ein Loch in der Wand und füllt den dahinter liegenden Hohlraum mit einem Dämm-Material, das es in sich hat: Isofloc-Zellulosedämmstoff.
Vor dem Haus, das mit dem neuen Dämmverfahren isoliert wird, steht der „Zellofant M 95“. Diese Maschine wird mit einem Material gefüttert, das die Leser dieses Beitrags gerade in ihren Händen halten: Tageszeitungspapier. Allerdings sind die Zeitungen, die in der Maschine von David Pfennig zur Anwendung kommen, nicht mehr lesbar. Vielmehr handelt es sich um zerstückeltes Papier. Der Isofloc-Zellulosedämmstoff enthält neben Zeitungspapier außerdem eine Mischung aus Borsalzen. Biologisch absolut unbedenklich, wie Pfennig erklärt. Das Material dämmt wie Mineralwolle oder Styropor, sagt der Unternehmer. Der Clou: Isofloc-Zellulosedämmstoff ist hoch verdichtet. Im Sommer zum Beispiel ist es in den auf diese Weise gedämmten Gebäuden bis zu sechs Grad kühler. Auch der Schallschutz funktioniert hervorragend. Weiterer Pluspunkt: Das Material ist in hohem Maße brandresistent und so verdichtet, dass einem Feuer wenig Luft bleibt, sich auszubreiten. Isofloc-Zellulosedämmstoff ist gesundheitlich unbedenklich und beständig gegen Schimmel und Ungeziefer. Der Einbau durch das Einblasverfahren ist schnell und sicher und sogar nachträglich möglich. Der Dämmstoff wird mit dem „Zellofant M 95“ direkt in die vorbereiteten Dachschrägen, Decken und Wände eingeblasen.
Pfennig Bau ist ein Fachbetrieb für Isofloc-Zellulosedämmung. Der einzige im Umkreis von 20 Kilometern, wie David Pfennig erklärt, der eine Weiterbildung zum Gebäudeenergieberater absolviert hat und außerdem Meister für Maurer- und Betonarbeiten sowie Betriebswirt ist.
Das Prinzip der Zellulosedämmung wird seit 1920 angewandt. Vor allem in Nordamerika und Skandinavien hat sich das Verfahren bewährt. Für David Pfennig ist die Schonung von Ressourcen ein maßgeblicher Vorteil des Materials und des Verfahrens. Bei der Papier-Aufbereitung fallen keine unverwertbaren Abfälle an. Bei der Herstellung wird zudem wenig Energie verbraucht. Und: Der Stoff lässt sich problemlos wieder verwenden.
Bildunterschrift:
David Pfennig hält das Gerät in der Hand, mit dem der Isofloc-Dämmstoff hinter die Wand gebracht wird.

zurück zur Übersicht