Oschatzer Allgemeine - 2. Dezember 2011

Wunder im Doppelpack

Die Baumaßnahmen an der Südseite sind fast abgeschlossen und die Mittelschule erhält neuen Namen. Namensweihe für Robert-Härtwig-Schule / Erneuerung der Südfassade fast abgeschlossen

Von Frank Hörügel
Oschatz. Doppelter Grund zum Feiern für die 466 Schüler und ihre Lehrer: Am Mittwochabend wurde der bisherigen Mittelschule Oschatz offiziell der Name Robert Härtwig gegeben und gleichzeitig der fast vollständige Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Südfassade gewürdigt.

„Dieses Jahr sind gleich zwei Wunder geschehen“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Andrea Klöditz in Bezug auf die Namensgebung und die Fassadensanierung. Für das erste Wunder haben die Schüler selbst den Weg geebnet. Monatelang recherchierten sie zum Lebenswerk von Robert Härtwig (siehe Kasten rechts), der als Oschatzer Bürgermeister am 19. Juni 1883 die Schule eingeweiht hatte. Er nannte die Schule „Pflanzstätte des Wissens“. Am Ende der Recherchen, die in einem professionellen Film dokumentiert sind, stand für den Schülerrat fest: Dieser Mann ist der richtige Namenspatron für das wuchtige Gebäude an der Bahnhofstraße. Der Stadtrat folgte schließlich diesem Vorschlag.

Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) gehörte zu den Befürwortern dieser Variante. Zur Namensweihe verriet Kretschmar sein Lieblingszitat von Härtwig: „Darum bringt kein Kapital in ganz Oschatz solch hohe Zinsen als das, das in der Schule und für die Schule angelegt wird.“

Neben dem Putz werden auch die Sandsteinelemente repariert, die Fenster erneuert und mit Sonnenschutzmarkisen versehen sowie die Klassenräume abschließend neu gemalert. "Das machen durch die Bank weg örtliche Firmen", hebt OBM Kretschmar hervor. Nach Abschluss der Arbeiten am Westflügel ziehen die Putzer zum Ostflügel um, der dann ab Schuljahresbeginn nicht mehr für den Unterricht genutzt werden kann. Die vier Container-Klassenzimmer im Schulhof sollen deshalb bis zum Ende der gesamten Baumaßnahme stehen bleiben und genutzt werden. "Wir liegen im Zeitplan.Wenn das Wetter mitspielt, sind wir Ende November fertig", hofft Planer Stein.

Gleichzeitig wurde am Mittwochabend der – fast vollständige – Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Vorderseite des Schulhauses gefeiert. Rund eine Million Euro investiert die Stadt in die denkmalgerechte Wiederherstellung dieses Blickfangs. Im Frühjahr nächsten Jahres sollen laut Kretschmar die Restarbeiten abgeschlossen sein und mit der Sanierung der Ostfassade (an der Härtwigstraße) begonnen werden.

Geplant hat die Sanierung der Südfassade Bernd Stein. Nach seinen Angaben wurden 130 Fenster ausgetauscht, Sonnenschutzanlagen installiert und die kleinteilige Fassade erneuert. Für die Fassadensanierung hat David Pfennig den Hut auf, der hier selbst zur Schule gegangen ist. „Ich habe diese Schule teilweise gehasst“, bekannte der Bauunternehmer. Als einer von vier Nicht- Pionieren sei er in der DDR von einigen Lehrern schikaniert worden. Diese Zeiten sind vorbei: Nicht nur Name und Fassade der Schule wurden erneuert, sondern auch das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist heute ein anderes als zu DDR-Zeiten.
Bildunterschriften:
Die Urkunde mit dem Namen Robert-Härtwig-Schule nehmen die stellvertretende Schulleiterin Andrea Klöditz sowie die Schülerinnen Michelle Scholz, Nancy Gerber und Marie Hillig stätten GmbH. aus den Händen von Oberbürgermeister Andreas Kretschmar entgegen (von links).

Viel Beifall gab es für die Schulband unter Leitung von Brunhilde Rothkirch und Kai Riedel.

Fotos: Dirk Hunger

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