Pfennig Bau
MDR SACHSENSPIEGEL - 14. April 2026

Erstes Strohballenhaus Sachsens am Dresdner Elbhang

Am Dresdner Elbhang entsteht derzeit das erste Strohballenhaus Sachsens. Gebaut wird das einzigartige Haus von Alexander Schrode aus vorgefertigten Teilen. Wir waren auf der Baustelle zu Besuch.

Sprecherin: Ein Haus aus Stroh, ganz ohne Beton und Stahl. Das erste Strohballenhaus in Sachsen aus vorgefertigten Teilen entsteht gerade am Dresdner Elbhang. Es ist das Herzensprojekt von Bauherr Alexander Schrode.

Alexander Schrode (Bauherr): „Das Tolle ist, wenn man reinkommt und auch gerade jetzt in der Bauphase, man sieht überall eigentlich nur natürliche Baustoffe. Man sieht Stroh rumliegen, man atmet den Lehmgeruch ein, man fühlt das Holz. Also es ist rundum ein natürliches Raumklima.“

Sprecherin: Verbaut werden keine puren Strohballen, sondern vorgefertigte Segmente, die hier in der Firma von Werner Ehrich in Oschatz entstehen. Das Stroh wird sehr dicht verpresst und liegt dann in stabilen Holzrahmen. An die Innenwände kommt noch Lehmputz ran und außen Kalk. Seit 2008 sucht Werner Ehrich nach der optimalen Variante für ein Strohballenhaus und findet sie in vorgefertigten Strohelementen.

Werner Ehrich (Strohelemente GmbH): „Und die Elemente werden auf die Baustelle geliefert und man kann an einem Tag ein Geschoss für ein Einfamilienhaus problemlos aufstellen, ausrichten und hat im Prinzip an einem Tag den Rohbau fertig.“

Sprecherin: Ein Strohballenhaus ist nicht teurer als konventionelles Bauen. Ungeziefer oder Schimmel – alles kein Problem. Sämtliche Irrtümer über ein Haus aus Stroh kann Erfinder Werner Ehrich entkräften.

Werner Ehrich: „Das Stroh ist so hoch gepresst, da geht keine Maus mehr rein, das ist viel zu hart. Äh, Körner sind auch nicht mehr drin, der Dreschgrad ist heutzutage so, da ist so gut wie kein Korn mehr drin. Äh, Feuerbeständigkeit auch, ist kein Problem, weil es einfach hochgepresst ist und dann noch beschichtet wird, beidseitig mit Putz.“

Sprecherin: In den Strohballenhäusern sieht Architektin Valérie Naito eine Lebensform mit ganzheitlichem Konzept. Seit vielen Jahren engagiert sie sich für das Bauen mit natürlichen Stoffen.

Valérie Madoka Naito (Architektin): „Ich hab mich als Architektin gefragt, warum soll ich eigentlich in einer Bauwirtschaft weitermachen, wenn nicht wirklich eine Nachhaltigkeit umgesetzt wird? Und nachhaltig Bauen bedeutet eben mit Baustoffen bauen, die auch gut sind für den Menschen, also baubiologisch auch wertvoll und eben nicht krank machen. Und da kommen Sie um Stroh nicht drum herum.“

Sprecherin: Die gesunde und nachhaltige Bauweise hat Alexander Schrode überzeugt. Im Juli will er mit seiner Familie einziehen. Und wer ein Strohballenhaus erleben möchte, kann seine Ferienwohnung nutzen.