Pfennig Bau
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE - 12. Februar 2026

Schule in Halle entsteht in Lehmbauweise

Über Jahrhunderte wurde Lehm benutzt, um Wände zu verputzen. Und längst erkennen immer mehr Bauherren die Vorteile des Naturbaustoffs. In Halle entsteht daraus eine ganze Schule – was sich nicht gleich offenbart.

Sprecher: Von außen gesehen unterscheidet sich die neue St. Mauritius-Sekundarschule in Halles Südstadt im Grunde kaum von anderen Schulbauten unserer Zeit. Wenn dann aber Maurer Thomas Gelhardt die Steine für die Innenwand anpackt und mit dunklem Mörtel aneinandersetzt, wird schnell klar: Hier wird nicht mit Beton, sondern mit Lehm gebaut.

Thomas Gelhardt (Maurer): „Ist eigentlich wie herkömmliches Mauern, es ist jetzt nicht viel Unterschied. Der Unterschied ist der – Sie werden sich wahrscheinlich fragen: Warum hat der keine Handschuhe an? Wenn die mauern, haben die immer Handschuhe drum. Nee, den kannst du anpacken, da passiert gar nichts. Das ist total verträglich, auch für die Haut. Also von daher total super. Beim Anrühren brauchen wir lediglich Wasser.“

Sprecher: Mit der neuen Sekundarschule erweitert die Edith-Stein-Schulstiftung gerade ihren Lernstandort in Halle. Bis zu 280 Schüler können hier nach den Winterferien 2027 lernen – und zwar unter den nachhaltigen und gesunden Bedingungen eines Baus überwiegend aus Lehm und Holz, ähnlich der benachbarten Grundschule.

Steffen Lipowski (Edith-Stein-Schulstiftung): „Die Kinder sind sozusagen die Botschafter des neuen Denkens, so dass die Schüler, die sich mit Naturwissenschaften beschäftigen, dann auch dieses Gebäude verstehen und erkennen, welche Möglichkeiten man mit einem solchen Bau hat: Für die Natur etwas zu tun, für die Umwelt und letztendlich für unsere Zukunft auf dieser Welt.“

Sprecher: Lehm ist Natur. Schon der angenehm erdige Geruch auf der Baustelle lässt im doppelten Sinne ein gutes Lernklima erwarten. Darüber hinaus ist das Gebäude wegen seiner Naturmaterialien nicht teurer als ein Durchschnittsschulneubau und es spart jede Menge CO2.

Alexander Tietze (Architekt): „Wir verbauen hier Holz in einer Größenordnung, dass wir ungefähr 650 Tonnen CO2 in diesen Holzbauteilen hier eingespeichert haben. Das ist natürlich für die Ökobilanz sehr gut.“

Sprecher: Und weil das Haus keine klassische Grundplatte hat, entfällt auch noch der Energieaufwand für die Herstellung von Beton. Mit Lehm baut der Mensch schon seit Urzeiten und die neue Lehm-Holz-Schule in Halles Süden beweist, dass Altes auch immer noch innovativ sein kann.